Der Duft von Gewürzen und Zimt, der warme Geschmack von Wein und die festliche Stimmung – all das vereint sich in einem Getränk, das viele mit den kalten Wintermonaten und festlichen Anlässen verbinden: Glühwein. Doch wie hat diese köstliche, aufgewärmte Kreation eigentlich ihren Weg in unsere Kultur gefunden?


Die Ursprünge des Glühweins
Die Geschichte des Glühweins reicht weit zurück und ist eng mit der Geschichte des Weins selbst verbunden. Bereits im alten Rom praktizierte man die Erwärmung von Wein mit Gewürzen, um ihn an kalten Tagen zu genießen. Dieses Getränk war damals als "Conditum Paradoxum" bekannt und enthielt nicht nur Wein, sondern auch Honig und Gewürze wie Pfeffer, Safran und Lorbeer: Vor allem in den oberen Gesellschaftsschichten war er besonders verbreitet, denn Gewürze galten im alten Rom als Luxusgut. 

 

Im Mittelalter wurde die Idee, Wein zu würzen und zu erhitzen, in Europa weiter verbreitet. In Skandinavien entwickelte sich der "Glögg", eine Variation des Glühweins, der oft mit Rosinen und Mandeln serviert wurde. Währenddessen nannte man ihn in Deutschland "Hippokras", eine Anspielung auf den griechischen Arzt Hippokrates, dem die Erfindung zugeschrieben wird.
 

Glühwein in der deutschen Kultur

Der Glühwein, wie wir ihn heute kennen, ist stark mit der deutschen Kultur und den traditionellen Weihnachtsmärkten verbunden. Die Geschichte des Glühweins in Deutschland reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück, als Gewürze wie Zimt, Nelken und Kardamom in den erhitzten Wein gegeben wurden, um ihn aufzuwerten und zu aromatisieren.


Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Glühwein zu einem Symbol der Gemütlichkeit während der kalten Wintermonate. Er wurde auf Märkten und Festivals in speziellen Tassen, oft aus Keramik oder Glas, serviert, die mit Motiven der Jahreszeit oder der Stadt verziert waren. Diese Tradition hat sich bis heute gehalten und ist ein fester Bestandteil der deutschen Weihnachtskultur. Der erste abgefüllte Glühwein entstand 1956 in Augsburg: Rudolf Kunzmann füllt Wein mit Zucker und Gewürzen in Flaschen ab und stellt diese zum Verkauf. Da das Zusetzten von Zucker allerdings gegen das Weingesetz verstößt, muss Rudolf eine Strafe zahlen. Trotzdem setzt sich ein paar Jahre später der Verkauf des Glühweins durch und man kann ihn bis heute in der Weihnachtszeit in allen Supermärkten finden.


Internationale Verbreitung
Mit der Zeit hat sich der Glühwein über Deutschland hinaus verbreitet und findet mittlerweile in vielen Ländern während der Winterzeit Anklang. In verschiedenen Regionen gibt es Variationen dieses Getränks. So wird beispielsweise in Frankreich "Vin Chaud" genossen, der ähnlich dem deutschen Glühwein ist, aber manchmal mit unterschiedlichen Gewürzen oder Früchten zubereitet wird. In den letzten Jahren hat der Glühwein auch außerhalb Europas an Popularität gewonnen. In den USA findet man ihn oft auf Weihnachtsmärkten oder in Restaurants, während er in skandinavischen Ländern nach wie vor unter dem Namen "Glögg" bekannt ist.


Eine Tradition lebt weiter
Die Geschichte des Glühweins ist eine faszinierende Reise durch verschiedene Kulturen und Epochen. Von den antiken Wurzeln im alten Rom bis hin zur fest verankerten Tradition auf deutschen Weihnachtsmärkten hat sich dieses Getränk über die Jahrhunderte hinweg gehalten und seine Beliebtheit nicht verloren.


Heute ist der Glühwein mehr als nur ein aufgewärmtes Getränk – er ist ein Symbol für Gemütlichkeit, Zusammenkunft und festliche Stimmung. Egal, ob man ihn in einer deutschen Weihnachtsstadt genießt oder in einem anderen Teil der Welt, Glühwein bleibt ein unverwechselbarer Bestandteil der Winterkultur.

 

Diese warme und aromatische Tradition, die einst als Mittel gegen die Kälte entstand, hat sich zu einem festlichen Getränk entwickelt, das Menschen auf der ganzen Welt verbindet und ihnen in der kalten Jahreszeit Freude bereitet.

 

Quellen:

 

 

Informationen

  • Text: Eleonore Krisa
  • Foto: Eleonore Krisa
  • Datum: 12. Dezember 2023

Die Tradition des Glühweins: Eine Reise durch seine geschichtlichen Wurzeln

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